Attraktive Arbeitgeber
Ein Team mit Herz, ein Job mit Sinn
Beim Kinderschutzbund Braunschweig erleben Mitarbeitende flache Hierarchien, ein breites Themenspektrum und inhaltlichen Gestaltungsspielraum
Braunschweig. Es war die Sinnhaftigkeit, die Lisa Schnepel damals sofort für ihren neuen Job beim Kinderschutzbund begeistert hat. Vor zehn Jahren hat sie ihre Arbeit als erste hauptamtliche Geschäftsführerin beim Ortsverband Braunschweig aufgenommen. Auch heute noch ist genau dies ein starker Motor: Eine Aufgabe zu haben, die für andere wertvoll und gesellschaftlich relevant ist. Was die Arbeit beim Kinderschutzbund zudem ausmacht? Sie bringt es auf den Punkt und sagt: „Unser Team besteht aus Menschen, die mit viel Herz dabei sind. Uns verbindet eine offene Kommunikation, aber auch eine hohe Fachlichkeit.“
Das Team ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. „Als ich vor zehn Jahren angefangen habe, waren es 25 hauptamtliche Mitarbeitende. Jetzt sind es 70“, erklärt Lisa Schnepel. Ein Wachstum des Teams um fast 300 Prozent in einer Dekade spiegelt das immer breiter werdende Aufgabenspektrum und den steigenden Bedarf wider – oder anders gesagt: geht damit einher. Die Mitarbeitenden des Kinderschutzbundes haben dabei vor allem eines im Blick: die Bedürfnisse der Jüngsten in unserer Gesellschaft. Aber auch jene ihrer Familien. Es geht um Gerechtigkeit und Chancengleichheit, um Schutz und Prävention.
Lisa Schnepel sagt: „Wir verstehen uns als Lobby für Kinder und Jugendliche. Wir wollen, dass sie gesehen und gehört werden und in einem sicheren Umfeld aufwachsen können.“
Im Haus des Kinderschutzbundes im Herzen des Magniviertels bilden sieben engagierte Menschen den festen Kern. Ihre Aufgabenbereiche sind vielfältig: Sie koordinieren und begleiten die wertvolle Arbeit der knapp 100 Ehrenamtlichen, entwickeln neue Projekte und Angebote, wirken in kommunalen Gremien mit und leisten zukunftsfähige Netzwerkarbeit. Darüber hinaus arbeiten Fachleute – vorrangig aus dem pädagogischen Bereich – „dezentral“ beim Kinderschutzbund in Braunschweig. In erster Linie sind es Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen, die in drei Kooperationsschulen in der Nachmittagsbetreuung tätig sind. Sie bieten pädagogisches Mittagsessen, außerschulische Angebote und vielfältige Ferienaktionen an. Lisa Schnepel sagt: „Bei der Besetzung unserer Stellen werden aber auch neue Wege gegangen und Personal mit geeigneten Fähigkeiten gesucht, auch wenn das Studium nicht exakt passgenau ist.“
Die Hierarchien innerhalb der Organisation sind flach, der Umgang ist respektvoll und kollegial, das Altersspektrum der Mitarbeitenden breit: „Wir profitieren in der Zusammenarbeit voneinander – bei uns ist Jede und Jeder mit den eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten wertvoll“, sagt Lisa Schnepel. Lena Coenders, Leitung bei den kooperierenden Ganztagsschulen, bestätigt das: „Uns ist der Austausch auf Augenhöhe sehr wichtig. Unsere Treffen sind sehr verbindend und stärken die Teamstruktur. Regelmäßige Supervision hilft uns beim konstruktiven Umgang mit herausfordernden Situationen.“
Der Kinderschutzbund hat die „Charta der Vielfalt“ unterschrieben: „Um ein sichtbares Zeichen für ein wertschätzendes und vorurteilsfreies Arbeitsumfeld zu setzen“, sagt Lisa Schnepel. Der Ortsverband Braunschweig ist ein gemeinnütziger Verein, in dem der ehrenamtliche Vorstand als Arbeitgeber die Verantwortung nach Vereinsrecht trägt. Susanne Hartmann-Kasties, stellvertretende Vorsitzende, betont:
„Gemeinsame Werte spielen bei uns eine wichtige Rolle, ebenso wie die Unabhängigkeit. Wir sind konfessionell ungebunden und keiner politischen Partei verpflichtet.“
Im Jahr 2020 ist der Kinderschutzbund umgezogen: Von einer angemieteten Wohnung im Westlichen Ringgebiet in ein historisches Gemeindehaus im Herzen des Magniviertels. Das Gebäude hat große, helle Räume mit hohen Decken, 400 Quadratmeter auf zwei Etagen. Mit dem Umzug ist auch viel Raum für kreative Ideen und deren Verwirklichung entstanden. Zahlreiche Veranstaltungen und Angebote sind seitdem neu dazugekommen – auch, weil es der Standort möglich macht. In dem großen, lichtdurchfluteten Saal unterm Dach finden regelmäßig Netzwerktreffen, Podiumsdiskussionen, Workshops, Fachtage und Vorträge statt. Dann ist der Kinderschutzbund Gastgeber für Expert*innen aus ganz Deutschland, gibt unterschiedlichsten Menschen eine Stimme und lädt zum Dialog.
Die Aufgaben des Kinderschutzbundes sind sehr vielfältig: Familienpatenschaften, Eltern-, Kinder und Jugendtelefon, Schulkindbetreuung, Beratung von Institutionen für Schutzkonzepte, Umgangscafé, Elternkurse, spezialisierte Beratungsangebote. Die inhaltlichen Themen sind ebenso breit gefächert und reichen von Kinderarmut bis Kinderrechte.
Das Dach aller Ortverbände ist der Bundesverband. Lisa Schnepel erklärt: „Alle Kinderschutzbünde vertreten die gleichen Werte und verständigen sich immer wieder neu. Aktuelle Themen werden diskutiert. Im Austausch wird sich auf eine gemeinsame Haltung verständigt – sei es beim Thema Social Media-Verbot oder beim Thema Kindergrundsicherung.“ Dennoch hat der Ortverband in seiner Arbeit viel Gestaltungsspielraum: „Was uns von anderen Institutionen unterscheidet ist, dass wir sehr viele Freiheiten haben“, sagt Lisa Schnepel. Da der Ortsverband ein unabhängiger Verein sei, könne man Schwerpunkte sehr flexibel setzen: „Genau dort, wo gerade Bedarf ist.“ Diese Flexibilität und die Chance des Mitgestaltens sei für Mitarbeitende sehr attraktiv. Die Entwicklungen für die Zukunft seien sehr dynamisch. „Es gibt viel Potenzial, in der Verwirklichung eigener Projekte, aber auch in der Zusammenarbeit mit der Stadt Braunschweig und vielen Kooperationspartnern.“ Eines der vielen Projekte ist das 2025 gegründete Braunschweiger Netzwerk Kinderschutz. Dr. Elke Flake, Vorsitzende vom Kinderschutzbund Braunschweig, sagt: „Das ist vom Land gefördert und könnte zukünftig auch über die Stadtgrenzen hinaus ausgebaut werden und wirken.“ Kräfte bündeln, Synergien schaffen, Strukturen verbessern zum Wohle von Kindern und Jugendlichen – all das soll auch in Zukunft weiterhin gestärkt werden.
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