Lifestyle
Dates in the City
Unsterblich verliebt? Diese skandalöse Dating-Story stammt von einem männlichen Leser, der seine Erfahrungen mit uns geteilt hat.
Von Lina Tauscher
Ich war frei. Ich hatte meine Langzeit-Beziehung beendet, einen neuen Job angenommen und mich in ein Abenteuer gestürzt, das meine Welt komplett auf den Kopf stellen sollte.
Ich traf sie das erste Mal auf einem Seminar meiner Firma. Sie arbeitete an einem anderen Standort, ich hatte sie also zuvor noch nicht gesehen. Während des Seminars trafen sich unsere Blicke immer wieder und obwohl sie deutlich älter war als ich, spürte ich die Funken durch die Luft fliegen. Es gab nur ein Problem: Der Ring an ihrem Finger sah verdächtig nach Ehemann aus. Dennoch ergriff ich die Initiative und wir landeten nach einer Flasche Wein in der Hotelbar und tiefgründigen Gesprächen in ihrem Hotelzimmer.
Ich war geflasht von ihr – das, was sie in mir auslöste hatte ich lange nicht mehr gefühlt. Am nächsten Morgen war ich noch viel zu beschäftigt damit, meine Euphorie auszukosten, als sie anfing, von ihrem schlechten Gewissen zu sprechen. Sie habe zwei Kinder und einen Ehemann zu Hause, es lief aber schon lange nicht mehr gut und sie suchte nach dem passenden Zeitpunkt, die Beziehung zu beenden. Er sei kein guter Partner und Vater, verhalte sich kontrollierend und unzuverlässig und sie blieb der Kinder zuliebe. Ich konnte ihre Situation sehr gut nachvollziehen und sie tat mir leid. Das war der Moment, in dem ich in eine Achterbahn stieg, die langsam Fahrt aufnahm – ohne zu wissen, was für ein Auf und Ab mich noch erwarten würde.
Investment auf Risiko
Es folgten einige Monate voller Heimlichkeiten. Ich fuhr Hunderte Kilometer zu ihr, wir trafen uns in Hotels und lebten in einer Parallelwelt. Wenn ich nach ihrer Trennung fragte, wich sie aus. Als sie mir schließlich versprach, ihren Mann zu verlassen, war ich voller Hoffnung. Doch als das Jahr endete, blieb alles beim Alten. Sie brach den Kontakt ab – zu viel Druck, zu schlechtes Gewissen. Wochenlang hörte ich nichts, bis sie sich plötzlich wieder meldete: Sie habe sich getrennt, ich sei der Grund. Ich war bereit für unser Happy End, war es immer gewesen. Mein Herz machte Luftsprünge und ich war glücklich wie nie zuvor – das Warten hatte sich gelohnt!
Ich war immer öfter bei ihr, hatte einen Schlüssel zu ihrer Wohnung und wir teilten viel gemeinsame Zeit, auch mit ihren Kindern, die mal bei ihr und mal beim Vater lebten.
Eines Tages fand ich einen Brief vom Gericht in ihrem Briefkasten, auf den sie erst mit Ausreden, dann mit Tränen reagierte. Schließlich präsentierte sie mir einen Schuhkarton voller ungeöffneter Umschläge, in denen sich Mahnungen und Pfändungsbescheide befanden – sie war hoch verschuldet. Wegen Spielsucht, wie sie mir gestand.
Lügen für die Liebe
Ich war bereit, das Problem anzugehen. Ich erstellte noch in derselben Nacht eine Excel-Tabelle, plante die Rückzahlung, unterstützte sie finanziell – unter der Bedingung, dass sie aufhört zu spielen. Doch sie war immer öfter abwesend und wich meinen Fragen aus. Eines Abends schaute ich in ihr Handy, um herauszufinden, ob sie wirklich nicht mehr spielte. Ich fand etwas anderes – Nachrichten und Fotos ihres Ex-Mannes, mit dem sie sich heimlich zu treffen schien. Als ich sie damit konfrontierte, erzählte sie von einer Krebs-Diagnose. Er sei schwer krank und sie müsse sich kümmern, wollte mir jedoch kein schlechtes Gefühl geben. Ich glaubte ihr und nahm ihre Aussagen so hin, verstand ihre Situation erneut. Bis ich eines Tages mit ihrem Sohn über die Krankheit seines Vaters sprechen und ihm beistehen wollte. Dieser wusste nichts von Krebs – sein Vater habe zwar eine Lungenentzündung gehabt, die sei aber längst überstanden. Es kam heraus, dass sie mich nur angelogen hatte, um Zeit mit ihrem Ex-Mann verbringen zu können, der wohl anders war, als sie ihn bei unserem Kennenlernen beschrieben hatte. Dabei war sie selbst nicht die Person, die ich zu kennen geglaubt habe. Ich wollte ihr helfen, sie hat nur gespielt. Nicht nur mit Geld, sondern auch mit Gefühlen.
Und am Ende bezahlt immer jemand die Rechnung – emotional oder finanziell, in meinem Fall beides. Diese Erfahrung hat mich geprägt und mich vorsichtiger werden lassen – auch wenn Liebe immer ein Risiko ist, prüfe ich heute die Situationen viel länger, bevor ich anfange, zu investieren.
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