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Kultur

4. Mai 2023

IDENTICONS – auf  der  grafischen  Suche  nach Identität  und  maximaler  Reduktion

Von Timo Rödiger

(Illustration :Timo Rödiger)

In der Biologie beschreiben die beiden Zeichen „Kreuz-am-Kreis“ und „Pfeil-am-Kreis“ lediglich das Geschlecht. Wie ein Update dieser Symbole auf einmal einen ganzen Menschen darstellt und wieso gilt
“Weniger ist Wer”, lesen Sie in diesem Artikel.

Wenn man als Grafiker aus einer Langeweile heraus, völlig ergebnisoffen, mit den Elementen der Geschlechterzeichen am Rechner rumspielt, passieren gelegentlich großartige Zufälle. So geschehen vor 10 Jahren an einem – mal fiktiv angenommen – hart verregneten Sonntagnachmittag.

Als sich plötzlich und zufällig eine kleine Raute unter einen Kreis verirrte und so Frau Merkel treffend abbildete. Was war das? Eine einmalige, unwiederholbare glückliche Fügung der Grafik? Oder ließe sich daraus vielleicht sogar ein System entwickeln? Schon spuckte mein Hirn bereits ungefragt massenhaft weitere stilistisch bewusst knapp gehaltene Umsetzungsideen für andere Persönlichkeiten aus. Farben gesellten sich schnell hinzu und die Idee war da: IDENTICONS – maximal vereinfachte, identitätsabbildende Icons. Mal mehr, mal weniger direkt erkennbar aber kreuz-und-querdenkenderweise häufig überraschend gut verständlich.

Sinn- und verwendungsbefreit entstanden so bisher über 1000 solcher Reduzierungen – Politiker, Sportler, Künstler, historische und aktuelle Persönlichkeiten, Schauspieler, Erfinder undsowildweiter. Hier ein paar Beispiele zu erraten - mehr IDENTICONS gibts unter www.kulturstreifzug.de

Dieser Artikel erschien zuerst in der Stadtglanz Print-Ausgabe 27 / Sommer 2023.

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