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Wirtschaft

30. Oktober 2020

„Stillstand bedeutet Rückschritt!“

Wie die PSD-Bank Braunschweig auf eine grüne Zukunft setzt

Von Karoline Steinbock

 

Wie schlimm es um unsere Erde und unser Klima steht, ist noch nicht allen wirklich bewusst.

Carsten Graf, Vorstandssprecher der PSD-Bank in Braunschweig, ist der Meinung, dass noch immer schlicht die Anreize fehlen, um umweltorientiert zu handeln. „Wir haben nur eine Erde und die gilt es zu schützen. Nicht nur für derzeitige Generationen, sondern vor allem auch für zukünftige Generationen“, sagt Graf. „Ich würde mir zwei Dinge wünschen: Tatsächlich zu sagen, wir bekommen einen entsprechend hohen Co2-Preis oder aber wir schaffen es, erneuerbare und alternative Energien wirtschaftlich zu gestalten.“ Die Regierungen müssten diesen Umdenkprozess jedoch mittragen. Wirklich attraktiv sei das Thema Umweltschutz für Politiker aber noch nicht, denn es fange keine Wählerstimmen.

Umweltschutz müsse aber auch in den Köpfen der Menschen ankommen. Dafür hat die PSD Bank mittlerweile einiges getan. Kunden der Genossenschafts-Bank weist ein grünes Eurosymbol darauf hin, wann umweltorientierte und nachhaltige Lösungen angeboten werden. Kostenlose Trinkflaschen zum Abfüllen von Leitungswasser für die Mitarbeiter, Strom aus 100 Prozent Wasserkraft, recyceltes Papier und weniger Zentraldrucker sind da nur einige weitere Dinge.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit spielen bei Carsten Graf aber nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten Alltag eine Rolle. Zum Beispiel bewusst das Auto stehen zu lassen und häufiger Strecken mit dem Fahrrad zu fahren. Brötchen holt Graf am Samstag gleich für das ganze Wochenende. Früher habe man das schließlich auch getan. Warum sollte es dann heute nicht auch gehen? Schwer falle es ihm aber noch auf Reisen durch die Welt zu verzichten. „Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, mit dem Flugzeug überall auf der Welt hin und her zu fliegen. Das muss man konsequenter hinterfragen. Wie häufige mache ich das? Kann man zu alternativen Transportmitteln greifen?“, fragt er. Schon gut 80 Prozent seiner Dienstreisen lege er deshalb mit der Bahn zurück.

Ökologie mit Ökonomie verbinden

Auch von ihrer Bank wünschen sich Kunden mehr Nachhaltigkeit und Transparenz. Sozial-ökologischen Banken wie die Ethik-Bank oder die Tomorrow Bank versprechen, dass Geldgeschäfte möglichst fair, ethisch und ökologisch ablaufen. Diesen Trend des Social Bankings sieht Graf als positiv. „Das sind Institute, die schon frühzeitig in ihrem Geschäftsmodell das Thema Nachhaltigkeit implementiert haben und damit großen Erfolg haben. Da gilt es, sich die entsprechenden Erfolgsfaktoren anzuschauen und zu überprüfen, welche auf das eigene Unternehmen umgewandelt werden können“, sagt er.

Die Möglichkeit einer nachhaltigen Geldanlage und einer grünen Kontoführung biete auch die PSD-Bank ihren Kunden. Heißt: Es werde nur in Fonds oder Unternehmen investiert, die die entsprechenden Kriterien einhalten. „Da gibt es viele Diskussionen, dass das nachteilig wäre was die Rendite betrifft“, sagt Graf. „Das ist überhaupt gar nicht der Fall. Wenn man die „grünen Unternehmen“ vergleicht zu den „braunen Unternehmen“, werden Unternehmen, die das nicht im Fokus haben, gerade wenn Politik weiter bei dem Thema agiert, in der Zukunft auch wirtschaftliche Schwierigkeiten haben am Ende zu bestehen.“

Denn beim Thema Green sei Stillstand erst recht ein Rückschritt. Banken brauchen zukünftig Mitarbeiter, die sowohl Ökonomie als auch Ökologie im Blick haben.

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