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Wirtschaft

6. Februar 2026

Digitale Medizin im Alltag

wie das Marienstift die Klinik neu denkt.

Von Dr. Jan Wolff

Fotografie: Marc Stantien / Marienstift / Adobe Stock/ Thares2020 ☼

Das Gesundheitswesen erlebt derzeit einen tiefgreifenden Wandel. Während vielerorts noch über Digitalisierung gesprochen wird, setzt das Krankenhaus Marienstift sie bereits sichtbar im Alltag um – mit einem klaren Fokus auf Patientensicherheit, Effizienz und spürbaren Entlastungen für das Personal.

Von der Papierakte zur digitalen Realität

Die klassische Patientenakte in Papierform gehört im Marienstift der Vergangenheit an. Heute laufen alle Prozesse über eine vollständig digitalisierte Akte, auf die Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte jederzeit zugreifen können. Papierdokumente sind nur noch in seltenen Ausnahmefällen notwendig. „Das ist nicht nur effizienter, sondern erhöht auch die Patientensicherheit, weil wir Informationen sofort und vollständig verfügbar haben“, betont Geschäftsführer Dr. Jan Wolff.

KI im Klinikalltag – Unterstützung statt Zusatzbelastung

Besonders im Bereich Künstliche Intelligenz hat das Haus wichtige Meilensteine erreicht. So kommt eine entscheidungsunterstützende Pflegeplanung zum Einsatz, die das Personal aktiv bei der Einschätzung von Pflegebedarfen unterstützt und Vorschläge für individuell passende Maßnahmen macht. Dadurch können Pflegekräfte schneller fundierte Entscheidungen treffen und mehr Zeit direkt mit den Patientinnen und Patienten verbringen.

Ein weiteres Highlight ist der KI-gestützte Arztbrief, den das Marienstift selbst entwickelt hat. Die Software erstellt auf Basis der digitalen Patientenakte automatisierte Entwürfe, die Ärztinnen und Ärzte nur noch prüfen und ergänzen müssen. Damit sinkt der Dokumentationsaufwand erheblich, und wichtige Informationen liegen zeitnah in hoher Qualität vor.

Mehr Sicherheit durch digitale Prozesse

Auch die Arzneimittelversorgung profitiert von Innovation: Mit dem sogenannten Closed-Loop-Medikationsprozess wird jede Verordnung, Ausgabe und Gabe digital erfasst und überwacht. Warnsysteme greifen sofort ein, wenn Unstimmigkeiten auftreten. Das sorgt für mehr Transparenz und maximale Patientensicherheit.

Mobil und vernetzt

Im Alltag setzen die Teams zunehmend auf mobile Visite-Wagen, mit denen sich Informationen direkt am Patientenbett abrufen und eingeben lassen. Ein Single-Sign-On-Verfahren erleichtert zudem den sicheren Zugang zu allen Systemen – ein scheinbar kleiner, aber entscheidender Schritt, um wertvolle Minuten zu sparen und die Arbeit effizienter zu gestalten.

Digitalisierung, die spürbar wird

Auch Patientinnen und Patienten werden die Veränderungen bald unmittelbar erleben: Zeitnah startet die Möglichkeit zur Online-Terminbuchung, ergänzt durch einen sicheren digitalen Datenaustausch. Das sorgt für kurze Wege, reduziert Wartezeiten und macht den Zugang zur Versorgung deutlich komfortabler. Gleichzeitig verbessern moderne Kommunikationslösungen den Informationsfluss zwischen Klinik und Patient – und schaffen damit eine neue Qualität in der Betreuung.

Erfolgsfaktor Zusammenarbeit

In nur drei Jahren hat das Marienstift den Sprung von kaum digitalisiert zu Branchenspitzenniveau geschafft. „Dieses Tempo verdanken wir in erster Linie dem starken Miteinander und mutigen Entscheidungen“, so Projektleiter Lenn Dalfuß.

Blick nach vorn

Das Marienstift zeigt, dass Digitalisierung im Krankenhaus weit mehr ist als neue Technik. 
Sie bedeutet gelebte Veränderung im Alltag: Prozesse werden sicherer, Entscheidungen fundierter, und das Personal kann sich stärker auf das Wesentliche konzentrieren – 
die persönliche Betreuung 
der Menschen.“

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