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Y-Jobs

1. Dezember 2020

New Work auf den zweiten Blick

Qualität ist die Leidenschaft des Teams

Von Falk-Martin Drescher

(Fotografie: Andreas Rudolph)

Salzgitter-Engelnstedt an einem regnerischen Montagvormittag: Auf den ersten Blick kein Geschenk. Aber: Mit genauerem Blick stößt der Interessierte mit der Unternehmensgruppe Glaub nicht nur auf einen Arbeitgeber, der an vielfältigen Themen der Zukunft arbeitet – sondern das Schlagwort New Work auf vielfältigste Art und Weise bereits antreibt und lebt. Ein Besuch.

Im Jahr 2004 übernahmen die Gründertöchter Claudia und Andrea sowie ihr Mann Niko Glaub die Geschäfte von den Eltern. Rund 30 Mitarbeiter zählte Glaub damals – und war dabei im Portfolio vor allem auf den Schaltschrankbau und SPS-­Programmierung spezialisiert. 15 Jahre später offenbart sich bei der Führung durch das Unternehmen ein gänzlich anderes Bild. „Wir haben uns vom handwerklich geprägten Unternehmen zu einer Firmengruppe mit Strukturen aus dem industriellen Bereich entwickelt“, schildert Niko Glaub. Der Geschäftsführer berichtet mit Stolz, zu Recht: „Heute sind wir knapp 70 Mitarbeiter. Aus Aufträgen wurden über die Zeit Projekte, wir haben Projektabläufe und Strukturen etabliert und legen Wert auf Lean Management.“

Glaub: Der Familien- und zugleich Firmenname steht auch für ein Werteversprechen. Hier in Salzgitter werden Themen wie die Automatisierung manueller Arbeitsprozesse, Prozess­optimierung und Softwarelösungen vorangetrieben. „Arbeitsplätze zukunftsfähig gestalten, Flexibilität sichern, Effizienz steigern“: Qualität ist die Leidenschaft des Teams, die Nachhaltigkeit derweil die Maxime ihres Handels. Claudia Glaub dazu: „Als Familienunternehmen denken wir in Generationen und nicht in schnellem Geld. Sicherlich gibt es Mal schwerere Zeiten in der Wirtschaft, aber dann wird bei uns nicht das Personalkarussell gedreht, sondern als erstes auf den eigenen Gewinn verzichtet. Wir stehen unseren Mitarbeitern, Kunden und Partnern gegenüber ein für Nachhaltigkeit, Verlässlichkeit und Stabilität.“

Weniger reden, mehr tun


Die Kollegen, sie liegen der Geschäftsführung sehr am Herzen. Das ist auch der Grund dafür, warum sich Glaub auf unterschiedlichsten Wegen für sie einsetzt, etwa in puncto Vereinbarkeit von Arbeit und Familie: Gleitzeit, flexible Arbeitszeitmodelle, Home-Office, Zeitguthaben durch Arbeitszeitkonten oder auch bezuschusste Kinderbetreuung. „Unsere Kollegen können uns jeden Tag und jederzeit ansprechen, wenn irgendetwas sein sollte. Das gilt auch für Ideen: Wir versuchen bestmöglich neue Impulse aufzugreifen und umzusetzen“, so Andrea Glaub. Das gilt auch für Leistungen für den Arbeitnehmer: Ab vier Wochen dienstlichem Einsatz andernorts – ob In- oder Ausland – übernimmt Glaub die Mitgliedschaft in einem dortigen Fitnessstudio. Für den Mann oder die Frau zuhause gibt es derweil einen Zuschuss für den Babysitter. „Viele Ideen entstehen innerhalb des Kollegiums“, freut sich Andrea Glaub – verantwortlich für die Bereiche Marketing/Vertrieb und Qualitätsmanagement.

Auf die Mitarbeiter angesprochen, berichtet sie von weiteren Angeboten: Neben Firmenwagen und JobRädern können Mietwagen privat vergünstigt genutzt werden, im Büro selbst gibt es Zuschüsse für Arbeitskleidung und Büro-Sehhilfen. Der höhenverstellbare Tisch wird natürlich übernommen, „Ergonomische Arbeitsplätze sind uns mehr als wichtig.“ Das gilt generell für den Aspekt Gesundheit: Themenbezogene Gesundheitstage werden flankiert von Sportkursen wie Nordic Walking, Pilates oder auch Yoga – eine Augenschule, Ergonomieberatung und Grippeimpfungen werden ebenso direkt im Haus realisiert.

Familien lernen sich kennen


Eigene Veranstaltungen gibt es freilich nicht nur im Kontext Ernährung und Gesundheit. Die Personalchefin dazu: „Wir organisieren sowohl Events für die Mitarbeiter als auch zusätzliche Formate, bei denen auch die Familien mitgebracht werden können. Glaub steht für Persönlichkeit – wir begrüßen es sehr, wenn man sich untereinander kennt und locker austauschen kann.“ Die Mitarbeiter kommen dabei aus der gesamten Großregion, etwa aus Hannover, Peine, dem Harz und auch Braunschweig. „Aus der Löwenstadt fahren sogar mehrere Kollegen jeden morgen mit den Firmen-E-Bikes zur Arbeit“, fügt sie hinzu.

Natürlich hat Glaub stets das Fachliche, die eigene Branche, im Fokus. „Wir sind schon viele Jahre für Glaub im Einsatz – ich würde aber sagen, dass wir vor allem in den vergangenen zwei bis drei Jahren den Schritt zum Unternehmer gemacht haben“, schildert Niko Glaub. „Bis dahin haben wir viele intensive und zugleich sehr lehrreiche Phasen durchgemacht.“ Den Schaltschrankbau gibt es bei Glaub heute immer noch, dafür sind mittlerweile unterschiedlichste Digitalisierungsprozesse der Kern der Arbeit. „Wir sichern Fertigungsstandorte“ ist die Prämisse von Glaub – Zuhause sind sie damit in einer Welt zwischen Softwarelösungen, Prozessoptimierungen und Automatisierungen. Der Geschäftsführer ergänzt: „Insbesondere in Software-Bereichen kann man vermehrt nur erfolgreich arbeiten, wenn man in agilen Entwicklungsprozessen unterwegs ist. Das klassische Lastenheft von früher ist passé, die Anforderungen von gestern sind hier schon veraltet. Deshalb wird in der Branche vor allem schrittweise entwickelt.“

Auf der ganzen Welt unterwegs


Und das kann Glaub, sogar sehr gut. „Uns unterscheidet von anderen Playern, dass wir vielleicht etwas hemdsärmeliger an die Themen herangehen: Mit weniger Hierarchien, weniger Powerpoint, und – wenn möglich – mit kleinerem Budget. Wir arbeiten sehr lösungsorientiert und authentisch, kommen schnell ins Machen“, führt Claudia Glaub aus. Die Kunden wissen das zu schätzen – zu finden sind diese in einem Umkreis von 250 Kilometern, aufgrund der vielen größeren Kunden mit Konzernstrukturen sind deren Standorte allerdings auf die ganze Welt verteilt. „Ob Asien oder Amerika: Ein Teil unseres Kollegiums ist schon sehr viel unterwegs“, merkt Andrea Glaub an.

Die drei Geschäftsführer resümieren bei der Besichtigung des Standortes in Engelnstedt eine sehr erfreuliche Entwicklung. Und: sie suchen noch weitere Mitstreiter. Andrea Glaub: „Im Grunde in allen Gewerken – sei es im Softwarebereich mit SPS-Programmierern oder auch Softwareentwicklern, im gewerblichen Bereich mit Elektronikern oder auch in der Konstruktion mit neuen Kollegen in der Steuerungstechnik oder Mechanik.“ Dabei hebt sie vor: „Egal wo, die Kollegen können sich bei uns sicher sein, dass sie sinnstiftende Projekte und abwechslungsreiche Aufgaben selbst mitgestalten können. Und das nicht als Nummer, sondern als Mensch.“ New Work – bei Glaub ist es mehr als ein Buzzword.

 

Dieser Artikel erschien zuerst in der Stadtglanz Print-Ausgabe 12 / Juni 2019.

Falk-Martin Drescher

studierte Stadt- und Regionalmanagement und ist gelernter Quartiersmanager, engagiert sich selbst ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzender des Braunschweiger Kultviertels. Im Medienbereich selbstständig, neben seiner journalistischen Tätigkeit als Konzepter, Moderator und im Bereich Influencer Relations aktiv. Mit dem The Dude-Newsletters (www.meett hedude.de) informiert er zudem jeden Montagmorgen über ausgewählte Events und Neuigkeiten aus der Region.

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