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Region

17. Oktober 2025

SCIENCE 38

Seit sechs Jahrzehnten leistet das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) Pionierarbeit im Kampf gegen Infektionskrankheiten.

Fotografie: Adobe Stock / CREATIVE WONDER /Stephan Dublasky Wally Pruß HIRI, Nik Schölzel

Von seinen Anfängen 1965 mit ersten Laboren als Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik über die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) bis hin zum heutigen HZI: Die Forschungseinrichtung hat sich stetig weiterentwickelt und setzt mit bahnbrechenden Erkenntnissen neue Maßstäbe in der Infektionsmedizin. 

HZI |  1,5 Millionen Euro für die Erforschung von „Bakterienfressern“

Mikroben – oft gelten sie nur als Krankheitserreger. Doch die kleinsten Lebewesen können auch Teil der Lösung sein. Phagen etwa, winzige Viren, die Bakterien befallen, zeigen, wie raffiniert uns die Natur helfen kann. Forschenden am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung ist es gelungen, erstmals in ihr „Innenleben“ zu blicken und ihre Vermehrung gezielt zu beeinflussen – ein Meilenstein für neue Therapien jenseits von Antibiotika.

Multiresistente Darmbakterien: Verdrängung durch Nahrungskonkurrenz

Die HZI-Studie zeigt, wie multiresistente E. coli-Bakterien aus dem Darm entfernt werden können.
Ist ein Darmbewohner wie das Bakterium Escherichia coli (kurz: E. coli) gegenüber einer Vielzahl an Antibiotika resistent, kann dies zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen, wenn es in den Blutkreislauf gelangt. Wie könnten solche potenziell gefährlichen multiresistenten Bakterien erfolgreich aus dem Darm verbannt werden? Dieser Frage gingen Forschende des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Kooperation mit Forschenden der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in ihrer aktuellen Studie nach.

Mpox-Ausbrüche in der Zentralafrikanischen Republik

Die Viruserkrankung Mpox (früher Affenpocken) stellt in verschiedenen afrikanischen Ländern eine wachsende Gesundheitsgefahr dar – etwa in der Demokratischen Republik Kongo, wo es landesweit häufig zu zoonotischen Übertragungen kommt. Diese führen mitunter zu größeren Ausbrüchen bestimmter Mpox-Stämme, deren weitere Verbreitung durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung begünstigt wird.

Vom August 2024 bis September 2025 erklärte die Weltgesundheitsorganisation daher Mpox zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite und betonte die dringende Notwendigkeit, die Ausbreitung der Krankheit in der Region zu verstehen. Die Ursachen für die jüngsten Mpox-Ausbrüche in der Zentralafrikanischen Republik, wo die Krankheit endemisch ist, waren bislang unklar.

„Wir müssen frühzeitig handeln, 5 nach 12 ist es zu spät“

Die HZI/HIOH-Forscherin Katharina Schaufler spricht im Interview über antibiotikaresistente Keime im Ostseewasser und den dringenden Handlungsbedarf.
Antibiotikaresistenz ist ein weiterhin unterschätztes Problem. Resistente Bakterien finden sich keineswegs nur in Krankenhäusern, sie kommen auch in der natürlichen Umwelt vor.

Prof. Katharina Schaufler und ihr Team vom Helmholtz-Institut für One Health (HIOH) in Greifswald – einem Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) – haben an verschiedenen Stellen im Greifswalder Bodden antibiotikaresistente Bakterien im Oberflächenwasser nachgewiesen.

Die Probennahme erfolgte unter anderem auch in einem Badebereich, und in einigen Fällen wiesen die detektierten Bakterien sogar Multiresistenzen auf. Die Messwerte sprechen nicht für eine akute Gefährdung von Anwohner:innen und Tourist:innen. Trotzdem, so Schaufler, sollte man die Lage ernst nehmen und nicht erst bei einer Zuspitzung handeln.

Event-Tipp: 1.12. -1912. 2025 das HZI im Wissenschaftsschaufenster

Vom 1. bis 19. Dezember 2025 präsentiert sich das HZI im Science Schaufenster mit Ausstellungen, spannenden Forschungsthemen und Experimenten für Schülerinnen und Schüler – in Kooperation mit dem BIOS-Schülerlabor sowie dem Förderverein des HZI.

Standpunkt Penninger  

„Die „One Health Exploratories“ könnte man als eine Art „Wetterstation des Lebens“ bezeichnen. Mithilfe dieser kann man, ähnlich wie Meteorologen Wettervorhersagen treffen, Erreger, die die nächste Pandemie auslösen könnten, voraussehen.“

Josef Penninger über die Mission des HZI:

„Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher gewinnt man, indem man ihnen exzellente Bedingungen bietet. Helmholtz kann mit Harvard und anderen Top-Institutionen mithalten – nicht nur finanziell, sondern durch eine inspirierende Kultur. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen ein Umfeld, in dem sie frei forschen und Großes entwickeln können. Wenn man kluge Köpfe fördert und ihnen Raum gibt, entstehen bahnbrechende Ideen. Gleichzeitig wollen wir am HZI Forschung in die Anwendung bringen, Medikamente gegen Infektionen entwickeln und Forschende ermutigen, Unternehmen zu gründen. Dafür braucht es Mut, Wissen und starke Partnerschaften – mit Universitäten, Förderinstitutionen und der Politik."

 

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