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Wirtschaft

14. Oktober 2025

Innovationen – Energie für die Zukunft

Kreislaufwirtschaft, Elektromobilität, erneuerbare Energien und der Einsatz von Wasserstoff sind längst keine Randthemen mehr, sondern prägen zunehmend unseren Alltag, unsere Arbeitswelt und die großen Zukunftsdebatten.

Von Jens Hofschröer

Innovationen sind dabei der Schlüssel, um diese Herausforderungen zu meistern – von der Entwicklung neuer Technologien bis hin zur nachhaltigen Gestaltung unserer Städte und Lebensräume. Innovationen entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie sind das Ergebnis von klugen, engagierten Köpfen, die disziplinübergreifend denken, und von Institutionen, Unternehmen und Kommunen, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Die Region 38  zeigt eindrücklich, wie eine solche Zusammenarbeit aussehen kann – und welche Strahlkraft sie auch über regionale Grenzen hinaus entfaltet.

Forschung trifft Praxis

Damit Innovation Wirkung entfalten kann, braucht es sowohl das „Voneinander Wissen“ als auch das Zusammenspiel von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft. In Netzwerken, Projekten und strategischen Allianzen werden Ideen im Labor erprobt und gemeinsam in die Anwendung gebracht. 

Universitäten und Forschungseinrichtungen arbeiten eng mit Industrieunternehmen, Start-ups und Kommunen zusammen. In dieser Kooperation entstehen praxisnahe Konzepte, die unmittelbar in neue Produkte, Dienstleistungen und Lösungen münden. Studierende profitieren von der Verbindung aus Theorie und Praxis, während Unternehmen Zugang zu neuesten Forschungsergebnissen erhalten.

Wolfsburg ist ein starker Wirtschafts- und Innovationsstandort, eingebettet in ein regionales Cluster der Mobilitätswirtschaft. Mit der Wirtschaftsagenda hat die Stadt die Chancen einer engen Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft herausgestellt und dieses gemeinsame Ziel mit dem vom Rat beschlossenen Zukunftskonzept Wissenschaft konkretisiert. Mit diesem interdisziplinär erarbeiteten Konzept schlägt Wolfsburg ein neues Kapitel für die wissensbasierte Stadtentwicklung auf. Das Konzept gibt sowohl der Stadt als auch allen Partnern aus Stadt und Region einen weitsichtigen strategischen Rahmen – mit konkreten Projekten und Vorhaben. 

Im Mittelpunkt stehen der Ausbau von Studienangeboten und Forschungsinfrastrukturen, etwa an der Ostfalia Hochschule, dem Medizincampus am Klinikum Wolfsburg, der Programmierschule 42 Wolfsburg sowie der Open Hybrid LabFactory. Diese Einrichtungen bilden die Grundlage, um Talente für die Stadt und Region zu begeistern, neue Impulse zu setzen und das wissenschaftliche Profil zu schärfen.

Konkret forciert die Stadt zusammen mit der Technischen Universität Braunschweig, der Ostfalia, dem Fraunhofer IST, Volkswagen und weiteren Partnern aus der Industrie mit Unterstützung des Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur die Entwicklung eines gemeinsamen Universitäts- und Innovationscampus Open Hybrid LabFactory mit Fokus auf Circular Economy.  

Batterien, Kreislaufwirtschaft und Wasserstoff – Partner der Transformation

Besonders sichtbar wird die Innovationskraft bei den Schlüsseltechnologien Kreislaufwirtschaft, Batterien und Wasserstoff. Diese gelten als zentrale Bausteine der  Energie- und Mobilitätswende und ergänzen einander. Batterien sind mittlerweile unverzichtbar für Elektrofahrzeuge, Smartphones und stationäre Energiespeicher. Die Frage, wie leistungsfähige, nachhaltige und zugleich kostengünstige Akkus entwickelt werden können, treibt Wissenschaft und Industrie gleichermaßen um. Neue Technologien wie Festkörper- oder Natrium-Ionen-Batterien eröffnen Perspektiven, während parallel hier vor Ort an zirkulären Produktionsprozessen und Recyclinglösungen gearbeitet wird. 
Die Wasserstofftechnologie ist eine zukunftsträchtige Technologie, die im Rahmen der Energiewende einen Beitrag zur Dekarbonisierung von Industrie, Mobilität und kommunaler Infrastruktur leisten kann. Der in den letzten Jahren aufgebaute Wasserstoff Campus in Salzgitter ist ein bedeutendes Zentrum für die Entwicklung und Förderung von Wasserstofftechnologien und bietet mit dem im Dezember 2023 gegründeten Verein „Wasserstoff Campus Salzgitter e. V.“ eine gute Grundlage für weitere regionale Aktivitäten. Bereits heute arbeiten Partner*innen aus Stadt, Region, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Vereinsstruktur zusammen. Das Ziel des gemeinsamen Engagements im „Wasserstoff Campus Salzgitter e. V.“ ist es, bei dem Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft und der Entwicklung der Region zu einer Leuchtturmregion für die Dekarbonisierung der Industrie zu unterstützen. 
Die enge Verzahnung beider Technologien zeigt: Batterien und Wasserstoff sind keine Gegenspieler, sondern sich gegenseitig ergänzende Partner. 

Globale Trends, regionale Antworten

Die großen Fragen unserer Zeit – Energieversorgung, Digitalisierung, Gesundheitsvorsorge, nachhaltige Stadtentwicklung – lassen sich nicht allein auf globaler Ebene beantworten. Sie brauchen vor allem lokale wie auch regionale Strategien, die auf vorhandenen Stärken aufbauen und Zusammenarbeit festigen.

Unsere Region ist ein Beispiel dafür, wie sich Kompetenzen bündeln lassen: Mit den Campi sowie insbesondere den Forschungszentren wie dem Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF), dem Niedersächsischen Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) oder dem Fraunhofer-Zentrum für Energiespeicher und -systeme (ZESS) werden Themen von der Mobilität, Kreislaufwirtschaft über die Luftfahrt bis zur Energieversorgung abgedeckt.

Hier zeigt sich auch die gesellschaftliche Dimension von Innovation. Netzwerke dieser Art sind nicht nur Orte der Forschung, sondern auch Motoren für Ausbildung und Qualifizierung. Spezialisierte Studiengänge, Promotionsprogramme und praxisnahe Lernfabriken wie das „EducationLab“ oder die „Open Hybrid LabFactory“ helfen dabei, die Transformation aktiv mitzugestalten.
So entstehen Ökosysteme, die über die Region hinaus Wirkung entfalten – als Impulsgeber für Niedersachsen, Deutschland und Europa.

Kooperation als Schlüssel

Egal ob Energiewende, Kreislaufwirtschaft oder Digitalisierung – keine dieser Aufgaben lässt sich von einem einzelnen Akteur allein bewältigen. Es braucht Austausch, Kooperation, Engagement und die Möglichkeit, Wissen zu teilen. Nur wenn Köpfe, Ideen und Ressourcen zusammenkommen und die nötige Unterstützung erfahren, können Innovationen ihre volle Wirkung entfalten.

Deshalb sind Netzwerke so entscheidend: Sie ermöglichen den Dialog zwischen Wissenschaft Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft und beschleunigen den Transfer von Ideen in die Anwendung. Das Zukunftskonzept Wissenschaft bietet für die Region 38 die notwendige Plattform, um Brücken zu bauen – zwischen Disziplinen, Branchen, Hochschulen und Akteuren aus Stadt und Region.

Innovation als gemeinsames Projekt

Innovation ist mehr als Forschung und Technik. Sie bedeutet Verantwortung für die Zukunft – für eine nachhaltige Energieversorgung, für lebenswerte Städte, für eine gesunde Gesellschaft. Damit Innovation gelingt, braucht es neben wissenschaftlicher Exzellenz und unternehmerischem Mut auch die Unterstützung von Kommune und Land sowie die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger.

Die Beispiele aus unserer Region zeigen, wie dieser Weg aussehen kann: ein enges Miteinander von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Start-ups, Kommunen, Land Niedersachsen und Zivilgesellschaft.

Das gibt uns wichtigen Rückenwind – und zeigt, dass Innovation keine abstrakte Idee ist, sondern ganz konkret entsteht: in Laboren, in Werkhallen, in Stadtquartieren und in Köpfen. Gemeinsam."

 

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