Lifestyle
Ein Griff zurück ins Leben
Wenn der eigene Körper nicht mehr mitmacht, geraten selbst einfache Handgriffe zur Hürde. Zwei neuartige Werkzeuge schenken Menschen mit Einschränkungen wieder Freiheit und Selbstvertrauen – erfunden von Philipp Ziebart.
Von Philipp Ziebart
Hans war immer der Macher. Schon als Kind stand er in der Werkstatt seines Vaters, der Geruch von Holz wurde für ihn zum Lebenselixier. Später, als Tischlermeister, liebte er es, Möbel zu bauen und aus einem Brett etwas Besonderes zu schaffen. Doch nach einem Schlaganfall änderte sich alles: Die rechte Hand wurde schwach, die Finger gehorchten nicht mehr. Plötzlich rutschte ihm der Schraubendreher aus der Hand, selbst einfache Arbeiten waren unmöglich.
Auch Lisa kennt dieses Gefühl. Nach einem Fahrrad-
unfall war ihr rechter Arm lange eingeschränkt. Ein Bild aufhängen, einen Nagel einschlagen – eigentlich Kleinigkeiten. Doch ohne sicheren Griff wurden selbst kleine Aufgaben zu Hindernissen.
Zwei Ideen, die Freiheit schenken
Hier setzt die Erfindung von Philipp Ziebart an. Er entwickelte zwei Werkzeuge, die Betroffenen Unabhängigkeit zurückgeben.
Der erste Helfer: ein Werkzeughalter. Er fixiert Schraubendreher oder andere Werkzeuge so fest, dass nichts verrutscht. Der Griff ist rutschfest und individuell verstellbar – so können auch Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit präzise arbeiten. Besonders in der Ergotherapie zeigt sich der Nutzen: Beide Hände bleiben im Blickfeld, die eingeschränkte Hand wird aktiv einbezogen.
Der zweite Helfer:
ein Spezialhammer. Leicht, stabil und mit einem Griff, der rutschfest und bis zu 90 Grad in beide Richtungen verstellbar ist. Ob Rechts- oder Linkshänder, ob viel oder wenig Kraft – der Hammer passt sich an. Hans erledigt damit wieder kleine Reparaturen, Lisa hängt das Foto ihrer Nichte auf. Ein unscheinbarer Moment, der zum Erfolgserlebnis wird.
Mehr als Handwerk
Diese beiden Werkzeuge sind mehr als Hilfsmittel. Sie stehen für Lebensqualität und Teilhabe. Sie schenken Sicherheit, Selbstvertrauen und das Gefühl: Ich kann das wieder. Oft sind es die kleinen Rituale – eine Schraube drehen, ein Bild anbringen, ein Möbelstück reparieren –, die unser Leben groß machen.
Philipp Ziebarts Erfindungen holen genau diese Momente zurück. Und mit ihnen ein Stück Unabhängigkeit, das man nicht messen kann – aber im Lächeln derer, die es wieder können.
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