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Lifestyle

5. August 2026

Ein Dreieck des Dolce Vita – Alleine mit dem Auto durch Italien und doch nicht allein

Es gibt Reisen, die plant man monatelang. Und es gibt Reisen, die einfach nach Freiheit schmecken. Ein paar Tage Italien. Im Gepäck mehrere Kleider für die verschiedenen Städte, die Vorfreude auf einen Espresso an der Bar, einen Aperol am Abend und das Gefühl, für eine Weile einfach dem italienischen Lebensrhythmus zu folgen.

Von Marzena Marannano

Foto: Adobe Stock / rh2010

Für mich begann das Dolce Vita schon hinter den Alpen. Das Licht wurde wärmer, die Menschen entspannter und irgendwo zwischen Olivenhainen, kleinen italienischen Raststätten und dem ersten Espresso stellte sich dieses typische Gefühl ein: das Leben ein wenig langsamer zu genießen.

Die Italiener haben dafür sogar einen eigenen Begriff: Dolce Farniente – die süße Kunst des Nichtstuns. Und genau dieses Gefühl begegnete mir immer wieder zwischen Altstadtgassen, Cafés und langen Sommerabenden.

Und ja – ich bin alleine gereist. Als Frau. Mit dem Auto. Ehrlich gesagt war genau das am Ende eines der schönsten Gefühle dieser Reise. Denn Italien hat es mir unglaublich leicht gemacht. Die Menschen waren offen, hilfsbereit und herzlich. Selbst ohne perfekte Sprachkenntnisse findet man sich zurecht – oft reicht schon ein Lächeln, ein „Ciao“ oder ein schneller Espresso an der Bar. Vielleicht war genau das mein persönlicher Luxus dieser Reise: morgens nicht zu wissen, wo ich meinen nächsten Espresso trinken würde, spontan entscheiden zu können, wann ich weiterfahre, wo ich anhalte und wie lange ich bleibe – und darauf zu vertrauen, dass der Tag etwas Schönes bereithält.
 
Meine Route führte mich von Verona über Venedig bis in die Toskana nach Florenz – drei völlig unterschiedliche Städte, verbunden durch italienische Lebensfreude, Genuss und dieses besondere Dolce Vita.
 
Verona – Romantik zwischen Geschichte und Gelassenheit

Verona war mein erster Stopp – und wahrscheinlich die romantischste Art, in diese Reise zu starten. Natürlich gehört der berühmte Balkon von Romeo und Julia dazu. Und seien wir ehrlich: Julias Brust muss man dort einfach einmal berührt haben. Der Legende nach soll das Glück bringen.
 
Verona wirkt elegant, entspannt und herzlich zugleich. Rund um die Piazza delle Erbe sitzen Menschen bis spät am Abend draußen, trinken Aperol Spritz, lachen laut, diskutieren mit Leidenschaft und genießen einfach den Moment. Besonders beeindruckend ist die Arena di Verona – ein antikes römisches Amphitheater mitten in der Stadt. Wenn am Abend langsam warmes Licht über die alten Mauern fällt, versteht man sofort, warum Italien emotional so berührt. 

Und wer den Tag perfekt ausklingen lassen möchte, spaziert zum Ponte Scaligero, der berühmten mittelalterlichen Brücke von Verona. Von dort aus lässt sich der Sonnenuntergang über der Etsch genießen – einer dieser Momente, in denen die Stadt ihre ganze Magie entfaltet und das Dolce Vita plötzlich ganz selbstverständlich wirkt.

Venedig – alleine unterwegs und doch nie allein

Und dann Venedig. Schon die Anreise fühlt sich besonders an. Keine Autos mehr. Stattdessen Wasser, kleine Boote, enge Gassen und dieses Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen.
 
Venedig ist magisch. Und irgendwie auch überraschend persönlich. Gerade wenn man alleine reist. Denn obwohl man allein unterwegs ist, fühlt man sich dort selten wirklich allein. Wenn man zweimal durch dieselben kleinen Gassen läuft, erkennt einen der Kellner schon wieder. Nach meinem ersten Aperol wurde ich begrüßt wie eine Stammkundin. Und am Abend wollte auf einer kleinen Piazza plötzlich jemand spontan Tango mit mir tanzen. Genau solche Momente bleiben.
 
Abseits vom Markusplatz und der Rialtobrücke zeigt Venedig seine eigentliche Schönheit: kleine Cafés am Wasser, Wäsche zwischen alten Häusern, der Duft frischer Cornetti am Morgen und dieses ruhige, fast zeitlose Lebensgefühl. Und doch lohnt es sich, am Abend noch einmal zur Rialtobrücke zurückzukehren. Wenn die Sonne langsam tiefer steht und das Licht über den Canal Grande tanzt, zeigt sich Venedig von seiner vielleicht schönsten Seite.

Abends mit einem Glas Wein direkt am Wasser zu sitzen, während die Sonne langsam hinter den alten Fassaden verschwindet – genau das ist dieses berühmte Dolce Vita. Genau meins.

Florenz – lebendige Kunst und die Seele der Toskana

Die letzte Station meiner Reise führte mich nach Florenz – mitten hinein in die Seele der Toskana. Florenz fühlt sich an wie ein Spaziergang durch ein Gemälde. Zwischen historischen Palazzi, kleinen Piazzas und engen Gassen liegt überall dieser Duft aus Leder, Pasta, Espresso und Geschichte. 

Florenz eignet sich aber auch perfekt als Ausgangspunkt, um die Umgebung zu entdecken. Der berühmte Schiefe Turm von Pisa ist für einen Tagesausflug schnell erreichbar – und irgendwie muss man ihn einfach einmal gesehen haben.
 
Auch die sanften Hügel des Chianti-Gebiets mit kleinen Weingütern, Olivenbäumen und traumhaften Straßen gehören für mich unbedingt zu dieser Reise dazu. Und natürlich das Essen: frische Pasta, kräftiges Olivenöl, Antipasti und ein Glas Chianti bei warmem Abendlicht.

Drei Städte. Drei Gefühle. Ein Stück Italien. 
Verona entschleunigt. Venedig verzaubert. Florenz inspiriert.

Und irgendwo zwischen Cappuccino, Sonnenuntergang und italienischer Gelassenheit merkt man plötzlich: Dolce Vita hat nichts mit Luxus zu tun. Sondern mit Zeit. Mit Genuss. Mit Begegnungen. Und manchmal auch einfach mit dem Mut, alleine loszufahren – und unterwegs festzustellen, dass man eigentlich nie wirklich allein ist.

Mit vielen Eindrücken im Gepäck ging es für mich schließlich zurück in die Region 38. Würde ich es wieder genauso machen? 
Ja. Ganz genau so.

Mit spontanen Entscheidungen, kleinen Umwegen, viel Espresso, noch mehr Gelato und Momenten, die man nicht planen kann. Diese Reise war für mich die perfekte Mischung aus Abenteuer, Genuss, Freiheit und Dolce Farniente. Denn ganz ehrlich: Es war eine der schönsten Reisen meines Lebens. Und ein kleines bisschen Italien fährt seitdem immer mit.

 

Marzena Marannano

lebt in Braunschweig und arbeitet als examinierte Pflegefachfrau. Reisen, Fotografie und das Entdecken besonderer Orte gehören zu ihren Leidenschaften. Besonders Italien hat einen festen Platz in ihrem Herzen. Auf Reisen fühlt sie sich frei, ganz im Moment und dem Leben ein Stück näher. Ihre Geschichte zeigt, wie bereichernd es sein kann, sich auch allein auf ein Abenteuer einzulassen.
Instagram: @eco.di.marzenia

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