Zehn Jahre Ausdruckslos

Sascha Hahne ist Inhaber der Agentur Ausdruckslos, welche Content-Projekte multimedial realisiert, Kampagnen auf die Straße bringt oder ihre Videowerbung erstklassig umsetzt.

Zeit für ein Resümee

Ich sprach mit Inhaber Sascha Hahne darüber, mit welcher Motivation er gestartet ist, welche Herausforderungen er in den letzten zehn Jahren meistern musste und welche Tipps er Jungunternehmern mit seiner Erfahrung heute geben würde.

Zehn Jahre Ausdruckslos. Wie fühlt sich das an?

Irgendwie toll, aber auch irgendwie überraschend. Auf der einen Seite denkt man sich wow, solange mache ich das jetzt schon, man bietet anderen Menschen genauso wie sich selbst eine Existenzgrundlage, auf der anderen Seite fragt man sich natürlich auch, ob man da ist wo man sein will. Zehn Jahre bieten ja schließlich für fast jedes Ziel genügend Zeit.

Mit welcher Motivation bist du gestartet?

Mit einer denkbar schlechten. Anfangs ging es nur darum selbstständig zu sein. Ich war da Anfang 20 und in dem Moment ging es mir darum „jemand“ zu sein. Dass eine Selbstständigkeit nicht gleich Status bedeutet habe ich dann aber ziemlich schnell gemerkt. Nach zwei bis drei Jahren hat sich dann allerdings ein Schalter umgelegt und ich hatte eine wirkliche, gute Motivation. Die ersten Jahre waren wir/ich eher eine Werbeagentur, die Webseiten, Flyer usw. gemacht hat. Ab dem dritten Jahr habe ich dann allerdings die Fotografie für mich entdeckt und ab dem Zeitpunkt wusste ich, dass ich mich auf die Fotografie und später auf die Werbefilme spezialisieren wollte und das auch mittlerweile habe. Jetzt ist es so, dass mir genau diese beiden Bereiche soviel Freude bereiten, wie sie mich gleichzeitig auch fordern. Gerade der Film kann sehr technisch sein und im extremen Gegensatz dazu steht die Idee, ohne die ein Film nichts ist. Er kann noch so gut produziert sein, wenn die Story schlecht ist, braucht man die Kamera nicht aus dem Schrank holen.

An welche unternehmerischen Meilensteine wirst du dich auch in zehn Jahren noch erinnern?

Ich denke das ist auf jeden Fall der Umbruch vom „einfach nur selbstständig sein“ hin zur Findung dessen, was einem nicht nur Spaß macht, sondern was auch gleichzeitig Zukunft hat. Dann der erste feste Vollzeitmitarbeiter nach vier Jahren und Anfang 2018 der Kauf unseres derzeitigen Büros.

Vor welchen Herausforderungen stehst du heute?

Noch einen drauf zu setzen. Nicht im Sinne von Umsatz, sondern im Sinne unseres Produktes. Ich habe gerade im letzten Jahr unglaublich talentierten Zuwachs bekommen und wir rühren uns mittlerweile richtig gute Ideen für Filme und Kampagnen zusammen. Jetzt müssen wir nur noch steter die Kunden finden, die sich unsere Ideen zutrauen und finanzieren können. Dass diese Ideen sich später für den Kunden refinanzieren werden behaupten ich jetzt ganz selbstbewusst.

Wie hat sich die regionale Werbelandschaft deiner Meinung nach in den letzten zehn Jahren verändert?

In kleineren Schritten als in größeren Städten, dafür stetig und gut. Als spezialisierte Werbeagentur stoßen wir mit unseren Ideen und Formaten grundsätzlich auf deutlich mehr Zuspruch und Verständnis – etwa auch, was unsere Videokonzepte betrifft. Nichtsdestotrotz stellt man als Konsument von regionaler Werbung durchaus fest, dass diese noch – zu oft – in ihren Herangehensweisen und Umsetzungen dem aktuellen Zeitgeist hinterherhinkt. Das macht sie keinesfalls schlecht, allerdings finde ich, dass noch Luft nach oben ist. Dass vieles noch mutiger sein könnte. Es gibt unglaublich kreative und innovative Agenturen sowie Dienstleiser in Braunschweig: Ich würde mir wünschen, dass wir uns allesamt perspektivisch noch mehr austoben können. Im Sinne spannender und außergewöhnlicher Formate.

Wird guter Foto- & Videocontent heute mehr wertgeschätzt als noch vor zehn Jahren?

In jedem Fall, ja. Gerade die letzten zwei Jahre hat sich dort viel getan. In den meisten Firmen ist das Bewusstsein für den Mehrwert dessen angekommen und zu tun haben wir mehr als reichlich. Das Problem heute ist es gute Kollegen zu finden. Wir haben seit zwei bis drei Jahren zum Beispiel durchgängig Bedarf an professionellen Motion Designern.

Welche Tipps & Tricks würdest du jungen Unternehmern heute geben? Was sind die wichtigsten Skills für den Erfolg?

Verbindlichkeit. Die guten, altbackenen Werte. Sei pünktlich, sei nett, immer gut vorbereitet und schreib vernünftige E-Mails. Denke regelmäßig an dich, frage dich was dir wirklich Spaß macht und gehe pünktlich ins Bett.


Ein Interview von Eric Spruth.

Eric Spruth betreibt einen eigenen Social-Media- & Content-Marketing-Blog, hat mit BS-Feed ein erfolgreiches Stadtmagazin für Braunschweig etabliert, interessiert sich darüber hinaus für die Themen Digitalisierung und Soziologie und arbeitet bei der Braunschweiger Werbeagentur Gingco.Net als Social Media Manager (Strategie/Media).


Fotografie: Janosch Wanschura, Sascha Hahne – Agentur Ausdruckslos