Einsatz auf & neben dem Platz

Soziales Engagement – oder auch neudeutsch: Corporate Social Responsibility, kurz CSR.

Der VfL Wolfsburg kommt in ganz unterschiedlichsten Projekten seiner Verantwortung nach. Auskunft darüber gibt der Verein regelmäßig in einem eigenen „Fortschrittsbericht“, dessen mittlerweile vierte Auflage am Rande des erstmalig veranstalteten Dialogforums „Fußball bewegt die Gesellschaft“ in der Volkswagen Arena vorgestellt wurde. Der Tenor des Papiers: Im Zeitraum der vergangenen beiden Spielzeiten hat der VfL Wolfsburg – auch wenn es sportlich in dieser Zeit nicht wirklich rund lief – mit seinen CSR-Aktivitäten erneut wichtige Erfolge erzielt.

„Wir dürfen uns nicht nur auf den Fußball konzentrieren, sondern haben eine gesellschaftliche Verantwortung und wissen, dass wir durchaus etwas bewegen können. Dieser Verpflichtung wollen wir nachkommen“.

„Die Ergebnisse des Fortschrittberichts unterstreichen einmal mehr unsere Ausnahmestellung im Bereich CSR. Erneut konnten wir mit starken sozialen Themen punkten und unsere führende Position in Europa untermauern. Nachhaltigkeit und soziales Engagement sind auch im Jahr 2018 die Kernbotschaften und -themen unseres Handelns im Klub“, so Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher. Zu den wesentlichen Aspekten des Berichts zählen etwa die neue Rolle von Pablo Thiam als Integrationsbeauftragter, die Umstellung der Spielfeldbeleuchtung auf LED-Flutlicht, eine signifikante Verbesserung der CO2-Emissionen im Club sowie das Engagement des Vereins und insbesondere von Nilla Fischer gegen Diskriminierung und für ein vorurteilsfreies Miteinander.

DFB-Präsident Reinhard Grindel gastierte bei Dialogveranstaltung

Bei dem neuen Format „Fußball bewegt die Gesellschaft“ wurde beeindruckend deutlich, wie sehr sich der Verein einerseits bereits in unterschiedliche Projekte einbringt sowie andererseits, wie umfassend der Fußball die Menschen weltweit verbindet. Mehr als kaum eine andere Sportart. Viele hochkarätige Experten der Branche und aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft wohnten der Veranstaltung, die in Partnerschaft mit Volkswagen durchgeführt wurde, in den Räumlichkeiten der Volkswagen Arena bei – darunter unter anderem auch DFB-Präsident Reinhard Grindel und Hiltrud Werner, Vorstandsmitglied der Volkswagen AG.

Gesellschaftliche Verantwortung

„Wir dürfen uns nicht nur auf den Fußball konzentrieren, sondern haben eine gesellschaftliche Verantwortung und wissen, dass wir durchaus etwas bewegen können. Dieser Verpflichtung wollen wir nachkommen“, betonte VfL-Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher zum Auftakt der Dialogveranstaltung. DFB-Präsident Grindel schlug eine ähnliche Richtung ein, sprach ein Lob aus – auch für den frisch veröffentlichten VfL-Fortschrittsbericht – und hob hervor, dass gesellschaftlichem Engagement eine immer höhere Relevanz in der Vereinsarbeit zukäme. „Der VfL Wolfsburg hat durch die vielen CSR-Aktivitäten und den Nachhaltigkeitsbericht Kompetenzen, anderen Vereinen zu helfen, was diese bei ihren Herausforderungen besser machen können. Es geht heutzutage unter anderem darum, Jugendlichen zu helfen, wie sie an eine Ausbildungsstelle kommen oder Flüchtlingen Sprachkurse anzubieten und sie bei Behördengängen zu unterstützen. Wenn man dann einen großen Partner an seiner Seite hat, hilft das schon.“

Brücke in die Zukunft

Darüber hinaus sprach Grindel auch über sportliche Themen wie die zur diesen Saison eingeführten UEFA Nations League, über die aktuell geführte Debatte einer „Super League“ und die Austragung der Europameisterschaft in Deutschland im Jahr 2024, weswegen er sich im Vorfeld der Dialogveranstaltung mit Pablo Thiam, Sportlicher Leiter der VfL-Fußball.Akademie und VfL-Integrationsbeauftragter, kurzschloss, um über die Arbeit der Nachwuchsleistungszentren zu diskutieren. „Es ist eine tolle Brücke in die Zukunft für den Spitzenfußball, weil es darum geht, gemeinsam mit der Liga ein Projekt 2024 zu starten, um dann bei der Europameisterschaft im eigenen Land ein wettbewerbsfähiges Team zu haben.“ Wichtige Gedanken zur sozialen Verantwortung von Vereinen, Verbänden und Akteuren des Fußballs lieferte eine Diskussionsrunde, an der Dunja Kreiser (Sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag), Lutz Pfannenstiel (Sportvorstand Fortuna Düsseldorf), Albert Recknagel (Vorstand, terre des hommes), Marcel Reif (Fußballkommentator), Sylvia Schenk (Leiterin der Arbeitsgruppe Sport, Transparency International) und Pablo Thiam teilnahmen.

Das Werteversprechen: Heimat und Familie

Foto: Thomas Kroschel

Im Interview mit Sven Froberg, dem Medien- und Kommunikationsleiter des Vereins, das in voller Länge in der aktuellen STADTGLANZ nachzulesen ist, fasste der Wolfsburger die Themen Engagement und Verantwortung derweil noch weiter. Froberg erläuterte dazu: Eine Kollegin aus unserem Service-Center hat neulich in einem Termin zwei Begriffe gewählt, die ich so noch nie gehört hatte und mich – fernab von Claims, Marken & Co. – sehr beeindruckt haben. Sie sagte, dass wir genau zwei Dinge verkörpern müssen: Heimat und Familie. Wenn wir das schaffen, dann haben wir alles richtig gemacht.“ Dabei gehe es um Schlagwörter wie Spielergehälter oder auch Fan-unfreundliche Anstoßzeiten. „Bei diesen und allen weiteren Aspekten ist es uns wichtig, nicht den Draht zu den Fans zu verlieren. Wir wollen uns nicht entfernen, sondern die Ausgestaltung von Heimat und Familie weiter verstärken. Klar machen wir auch Fehler, aber wir sprechen darüber – und zwar gemeinsam.“